Hallo,
es gibt von mir endlich mal wieder was Neues aus der Tech-Welt zu berichten. So wurde ich letzten Freitag von Gizmodo Deutschland und Microsoft zusammen mit 19 anderen Leuten ins Microsoft Büro nach Köln eingeladen um mal das Surface Pro und das Surface RT auszuprobieren und mal bei Microsoft einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Zunächst hat der Microsoft-Produktmanager Andre Hansel eine kleine “Produktpräsentation” gehalten in der er nicht müde wurde zu betonen wie durchdacht und fantastisch das Surface doch ist. Aber naja, was hat man denn auch erwartet. Dann ginge eine Runde durch die Microsoft Büros, aber auch dort gab es nichts Spektakuläres zu sehen. Klar, die Meeting-Räume sind etwas moderner (Monitore fahren aus Tischen, Beleuchtung lässt sich über RGB-LEDs in der Decke farblich verändern) und die Videokonferenzsysteme etwas ausgefeilter (rundum Kamera die automatisch den Teilnehmer groß zeigt, der gerade spricht), aber alles in allem nichts was man so nicht auch in anderen Unternehmen finden würde.
Nach einer kleinen Stärkung (sehr lecker übrigens) ging es dann an den eigentlich spannenden Teil des Abends: Das Testen der Geräte. Leider gab es nur ein Surface Pro zum Testen, so dass ich mich hauptsächlich mit dem Surface RT beschäftigt habe. Doch zunächst ein paar Worte zum Pro. Das Gerät liegt ganz gut in der Hand und ist nicht so unhandlich wie ich vorher befürchtet hätte. Man muss ja bedenken, dass da immerhin ein Intel Core i5 Prozessor drin steckt. Auch der Lüfter war in der zugegebenermaßen nicht gerade ruhigen Umgebung nicht zu hören. Als Betriebssystem ist übrigens Windows 8 Pro installiert, das einige Extra-Features bietet, zum Beispiel Einbindung in Windows-Domänen und eine Funktion von der ich selber überrascht war bzw. so noch nicht zuvor gesehen habe: Eine Identifikation über RFID-Karten. Diese sind heutzutage schon häufig in Zugangskarten, Mitarbeiterausweisen usw. integriert und lassen sich mit dem Tablet dazu nutzen, sich an seinem Windows-Account an zu melden. Über evtl. nötige weitere Infrastruktur habe ich aber leider nichts in Erfahrung bringen können. Ausserdem gibt es exklusiv beim Surface Pro noch einen Stift mit dem man auf dem Touchscreen schreiben kann. Dabei wird bei Annäherung des Stifts an den Bildschirm automatisch die Fingererkennung deaktiviert, so dass man den Handballen ruhig auf dem Screen ablegen kann ohne dass es zu Fehleingaben kommt. Wenn der Stift mal nicht gebraucht wird, kann man ihn rechts ans Tablet halten und dort rastet es magnetisch ein. Leider verdeckt man dabei einen USB-Port, den Stromanschluss und den Monitoranschluss.
Jetzt noch kurz ein paar Worte zum Surface RT: Fasst sich ähnlich gut und edel an wie das Surface, arbeitet genau so flott, aber kann aufgrund des ARM-Prozessors keine “normale” Windows Software ausführen. Ausserdem lassen sich nur Programme installieren, die über den Windows App-Store gekauft wurden. Sonst war ich aber echt von den Features überrascht. Von der Software unterscheidet es sich kaum von der x86-Version: Es gibt ein Office Paket (was beim RT sogar vorinstalliert ist), die Kommandozeile funktioniert genau so wie auf der x86-Architektur, ebenso die PowerShell, der Registry-Editor und sogar der RDP-Client. Damit könnte man sich theoretisch benötigte Windows-Programme von seinem Desktop-Rechner per RDP auf das Tablet holen, vorrausgesetzt man hat auf dem Desktop eine Windows-Version mit RDP-Server laufen und der Rechner ist eingeschaltet.
Beide Rechner haben übrigens die Tastaturen gemein: Es gibt entweder eine von Microsoft “Touch Cover” getaufte Tastatur dazu oder ein “Type Cover”. Das Touch Cover besteht aus einem stoffartigem Cover, in das Tasten eingearbeitet sind. Das macht es jedoch relativ schwer blind zu tippen, da man keine taktile Rückmeldung hat. Anders das Type Cover: Hier sind im Cover “echte Tasten” eingebaut, das Schreibgefühl erinnert an Netbooks oder kleine Subnotebooks, insgesamt aber ganz angenehm und es gelingt auch blind zu tippen. Die Tastaturen werden beide unten per Magnet an das Tablet angedockt und dabei auch mit einem Anschluss verbunden. Das geht super einfach (nur Tablet und Tastatur annähern, der Rest geht dann magnetisch) und hält ziemlich gut.
Insgesamt war ich vom RT sehr positiv überrascht und sehe zumindest für mich kaum Gründe ein Surface Pro zu kaufen, zumal es in Deutschland am 31.5.13 zum stolzen Preis von 879 € (mit 64 GB SSD) erhältlich ist, das RT dagegen schon ab 479 € (mit 32 GB SSD).
Einen “Liveblog” zum Event gibt es übrigens auch noch bei Gizmodo, garniert mit einigen Bilder. Hier gehts zur Zusammenfassung!
